Der Golembeschwörer #4
Vorheriger Teil: https://derwanderndemagier.blogspot.com/2025/10/der-golembeschworer-3.html
Die Kammer des Unheils
Nach einer scheinbar endlosen Wanderung durch die düsteren, klaustrophobischen Gänge der Höhle öffnete sich vor Feriks und Leina eine gewaltige Kammer. Die Wände waren mit pulsierenden, violett leuchtenden Kristallen durchzogen, die unheimliche Schatten warfen. Die Luft war schwer, als würde eine unsichtbare Macht auf ihnen lasten. Etwas war hier – und es war mächtig.
Ein bedrohliches Grollen ließ den Boden erbeben. In der Mitte der Kammer erhob sich eine gigantische Kreatur aus den Schatten. Ihre Haut war aschgrau, mit rissigen, rußgeschwärzten Platten bedeckt. Zwei glühende, blutrote Augen durchbohrten die Dunkelheit. Die Kreatur hatte vier Arme, jeder davon mit langen, gekrümmten Krallen versehen, die in der Luft ein hässliches Geräusch hinterließen. Ihr Maul öffnete sich, und eine Reihe nadelspitzer Zähne blitzte auf, während ein unheilvolles Knurren erklang.
„Ein Dämonenwächter…“ Leinas Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Das hier ist kein gewöhnliches Monster. Wir müssen aufpassen!“
Feriks' Herz schlug wild in seiner Brust. Sein Golem nahm eine defensive Haltung ein, bereit, seinen Meister zu schützen. Leina hob die Hand, und eine bläuliche Aura umgab sie. Sie bereitete Magie vor.
Ohne Vorwarnung sprang die Kreatur mit erschreckender Geschwindigkeit vor. Feriks konnte gerade noch ausweichen, als eine der Klauen den Boden dort traf, wo er eben noch gestanden hatte. Stein splitterte in alle Richtungen. Der Golem reagierte sofort und schlug mit seiner massiven Faust zu, doch der Dämonenwächter wich geschickt aus und konterte mit einem brutalen Hieb. Der Golem wurde zurückgeschleudert, rutschte über den steinigen Boden, doch er erhob sich wieder – unbeeindruckt, bereit für den nächsten Angriff.
Leina begann zu murmeln, ihre Hände glühten mit heiliger Energie. „Verdammnisfluch, weiche!“ rief sie, und ein Lichtstrahl durchbrach die Dunkelheit, traf den Dämon mitten in der Brust. Das Wesen brüllte auf, als seine graue Haut an der getroffenen Stelle zu brennen begann. Es war verwundbar gegenüber heiliger Magie!
„Weiter so!“ rief Feriks und wich einem weiteren Angriff aus. Doch er war nicht schnell genug – eine der Klauen erwischte ihn seitlich. Ein brennender Schmerz durchzog seinen Körper, als das Monster ihn mit voller Wucht gegen eine Felswand schleuderte. Er stöhnte auf, schmeckte Blut in seinem Mund.
„Feriks!“ Leina rannte zu ihm, doch das Monster ließ ihr keine Zeit. Es schnellte mit zwei Klauen gleichzeitig nach ihr, doch in letzter Sekunde formte sie eine magische Barriere, die die Schläge abfing. „Wir müssen es beschäftigen!“
Der Golem erhob sich wieder und griff an. Mit einer Wucht, die die Luft erzittern ließ, rammte er seine Fäuste in den Leib des Dämons. Stein gegen Fleisch – ein ohrenbetäubender Knall hallte durch die Kammer. Der Wächter taumelte kurz, doch erholte sich schnell und schlug brutal zurück. Doch dieses Mal hielt der Golem stand.
„Ich habe eine Idee!“ rief Feriks, während er sich aufrappelte. „Wenn es gegen heilige Magie anfällig ist, müssen wir es mit Leinas Zaubern schwächen, dann kann der Golem es erledigen!“
Leina nickte. „In Ordnung! Halt es mir vom Leib!“
Feriks schüttelte den Schmerz ab und warf sich wieder in den Kampf. Er rannte seitlich um das Monster herum und lenkte seine Aufmerksamkeit auf sich, indem er Steine warf und schrie. Der Dämon schnappte nach ihm, doch er war jetzt vorsichtiger, bewegte sich schneller. Währenddessen begann Leina einen gewaltigen Zauber zu formen. Ihre Augen leuchteten auf, und heilige Runen erschienen in der Luft.
„Lichtlanze!“ schrie sie und schleuderte eine goldene Speerform direkt in das Brustbein des Monsters. Ein markerschütternder Schrei ertönte, als sich das Licht tief in das Fleisch fraß.
„Jetzt!“ Feriks gab dem Golem das Zeichen. Der Steinkrieger sprang vor, ballte seine Fäuste und ließ einen brutalen Doppelschlag auf den geschwächten Dämonenwächter niederfahren. Das Biest kreischte ein letztes Mal, bevor es zitterte, in sich zusammensackte und zu Staub zerfiel.
Feriks atmete schwer. Sein Körper war mit Schweiß und Blut bedeckt. Er blickte zu Leina, die ebenso erschöpft wirkte, doch dann geschah etwas Unerwartetes.
Ein warmes, goldenes Licht umhüllte Feriks‘ Körper. Es dauerte nur einen Moment, doch es war deutlich spürbar – eine Art Euphorie durchflutete ihn, als hätte er eine verborgene Schranke durchbrochen. Sein Herz raste.
„Was… war das?“ fragte er atemlos.
Leina sah ihn verwirrt an. „Ich weiß es nicht… Es fühlte sich an, als hätte sich etwas in dir verändert.“
Bevor sie weiter darüber spekulieren konnten, fiel ihr Blick auf den Boden. Dort, wo der Wächter gefallen war, lag nun eine Schriftrolle. Sie pulsierte schwach mit einer seltsamen Magie.
Feriks hob sie vorsichtig auf. Auf der Oberfläche waren Runen eingraviert. Ein einziger, deutlicher Satz leuchtete auf:
„Analyse-Zauber erlernt.“
Er runzelte die Stirn. „Vielleicht kann ich damit herausfinden, was eben mit mir passiert ist…“
Ohne zu zögern, ließ er die Magie der Schriftrolle in sich fließen.
Als Feriks die magische Schriftrolle aktivierte, leuchtete sein Körper erneut auf, doch dieses Mal war es anders. Vor ihm manifestierte sich plötzlich ein halbtransparentes, schwebendes Fenster aus Licht – ein holografisches Display mit leuchtenden Symbolen und Worten, die langsam klarer wurden.
Leina trat einen Schritt zurück, ihre Augen weiteten sich. „Was… was ist das?“ fragte sie ungläubig.
Feriks selbst war ebenso überrascht. Die Zeichen auf dem Display ordneten sich und formten schließlich eine strukturierte Liste mit seinem Namen und verschiedenen Attributen.
Name: Feriks Daitenshi
Spezies: [Unbekannt]
Level: [Unbekannt]
Titel: [Keiner]
Vertraute: Leina (Untote Priesterin), Golem
Attribute
- Stärke: 22
- Konstitution: 24
- Verteidigung: 20
- Geschicklichkeit: 19
- Intelligenz: 27
- Charisma: 18
- Weisheit: 25
- Willenskraft: 23
- Wahrnehmung: 21
- Glück: 17
(99 ist das Maximum)
Fähigkeiten
- Monsterabsorption: Durch das Verzehren von Monstern können neue Fähigkeiten erlernt oder Attribute verstärkt werden.
- Golembeschwörung: Erlaubt die Erschaffung und Kontrolle eines Golems aus magischer Energie oder verfügbaren Materialien.
- Dunkelsicht: Kann in völliger Dunkelheit sehen.
- Regeneration (Gering): Heilt kleinere Wunden über Zeit hinweg.
- Schattenlauf: Erhöht Geschwindigkeit und Tarnung in dunklen Umgebungen.
- Elementare Resistenz (Schwach): Geringer Schutz gegen magische Angriffe.
- Seelenbindung: Vertraute sind dauerhaft mit Feriks verbunden und können nicht ohne Weiteres verloren gehen.
- Kampfinstinkt: Erhöht Reflexe und Reaktionsgeschwindigkeit in Kämpfen.
- Analyse-Zauber: Erkennt die Eigenschaften und Fähigkeiten von Gegnern oder Objekten.
Feriks starrte auf das Display. Die Zahlen, die Begriffe – all das fühlte sich so fremd an. „Das… ist mein Status?“ murmelte er.
Leina musterte das schwebende Fenster noch immer skeptisch. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Normalerweise fühlen wir Magie, aber das hier… ist etwas anderes.“
Das leuchtende Display verblasste langsam, blieb jedoch in Feriks‘ Gedanken haften. Dieses System – es war der Schlüssel zu seinem wahren Selbst. Doch was bedeutete das alles?
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