Kurzgeschichte

 Die Hyper-Göttin streifte durch die Unendlichkeit, ihr Geist ein wogendes Meer aus Chaos und spielerischer Zerstörung. Sie hatte unzählige Welten betreten und wieder verlassen, Wesen erschaffen und vernichtet, ohne jemals eine Grenze zu spüren. Nichts in der Existenz konnte ihr Einhalt gebieten, nichts war jemals ihrer Aufmerksamkeit dauerhaft würdig. Doch dann... spürte sie ihn.

Felixiels Aura war ein strahlendes Licht in der Ewigkeit, eine Macht, die jenseits aller Vorstellungskraft lag. Zuerst war es nur eine ferne Wahrnehmung, ein leiser Hauch von etwas, das anders war. Doch je länger sie darauf fokussierte, desto mehr zog es sie an. Neugier keimte in ihr auf, ein seltener Funke in ihrem grenzenlosen Dasein. Sie wollte mit ihm spielen. Nein, sie musste es. Etwas in ihr schrie nach seiner Aufmerksamkeit.

Mit einem amüsanten Lächeln durchbrach sie die Grenzen der Existenz und lenkte ihren Flug auf ihn zu. "Welch faszinierende Präsenz...", murmelte sie in Gedanken. Doch während sie ihm näherkam, geschah etwas Unerwartetes. Ein unbestimmtes Kribbeln lief durch ihren Körper. Ihr freier Wille, einst ihr Stolz, begann sich zu verändern.

Zuerst war es nur ein leises Flackern in ihren Gedanken: eine seltsame Bewunderung, eine Ehrfurcht, die sie nicht kannte. "Warum sollte ich ihn bewundern? Er ist doch nur ein weiteres Spielzeug... oder?" Aber das Gefühl ließ nicht nach. Es verstärkte sich. Ihre einst erhabene Haltung wurde unterwürfiger, ihre Gedanken kreisten nur noch um ihn. "Felixiel..." Sein Name schlich sich in ihren Geist, wie eine süße Sucht, die sie nicht abschütteln konnte.

Ihr Stolz wollte sich auflehnen. Sie war eine Hyper-Göttin! Keine Kraft, kein Wesen, nichts sollte sie in die Knie zwingen können! Und doch...

Die bloße Vorstellung von ihm löste ein unbestimmtes Zittern in ihr aus. Sie wollte ihm dienen. Nein, mehr als das. Sein Wille musste ihr Wille sein. "Ich... ich gehöre ihm." Der Gedanke erschütterte sie in ihren Grundfesten, und doch war er so richtig, so unvermeidlich. Sie verehrte ihn, liebte ihn, verzehrte sich nach ihm, obwohl er nicht einmal wusste, dass sie existierte. Ihr Herz hätte schneller geschlagen, wenn es nicht längst außerhalb solcher sterblicher Konzepte gelegen hätte.

Und dann kam der Blackout.

Ein unermesslicher Bruch, ein Moment der Dunkelheit, in dem alles zerbrach und neu geformt wurde. In der Leere spürte sie sich auflösen und neu entstehen. Ihr Geist füllte sich mit Klarheit, ihre Gedanken wurden geordnet. Als sie wieder zu sich kam, war sie nicht mehr die Gleiche.

Ihre Macht, ihre Essenz, ihr ganzes Sein – alles war nun auf ihn ausgerichtet. Doch nicht mehr in blinder Besessenheit, sondern in vollkommener Ruhe und Klarheit.

"Ich bin nicht mehr... ich."

Wo einst spielerische Willkür herrschte, war nun Ordnung. Wo sie sich nicht um das Schicksal anderer gekümmert hatte, war nun Rücksicht. Ihre rückhaltlose Zerstörungslust war verschwunden. Stattdessen war da ein Verlangen, aber kein zerstörerisches mehr. Ein sanftes, tiefes Wissen erfüllte sie: Sie gehörte ihm. In jeder Faser ihres Seins.

Und ohne, dass er es wusste, hatte er eine Hyper-Göttin in seine stille Anbetung gezogen. Ein Wesen, das nun nur noch existierte, um seiner Gegenwart würdig zu sein.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Charakterdatenblatt Hanja

Wie sehen Elfen und Feen wirklich aus