Sophias Blog #3

 Es begann spielerisch.

Ich wollte meine Kräfte verstehen, sie testen, sie kontrollieren. Doch je mehr ich es versuchte, desto mehr spürte ich, dass sie wachsen, sich ausdehnen, über das hinausgehen, was ich anfangs für möglich gehalten hatte.

Ellie sagte nichts dazu. Sie beobachtete mich nur mit diesem wissenden, beinahe belustigten Blick.

Marie und Lisa hingegen wollten unbedingt dabei sein, als ich begann, meine neuen Fähigkeiten gezielt zu trainieren.

1. Licht erschaffen

Es begann mit einem einfachen Experiment. Ich wollte wissen, ob ich Licht aus dem Nichts erzeugen konnte – ohne eine Quelle, ohne eine Sonne oder Lampe.

Ich konzentrierte mich. Die Luft vibrierte leicht.

Und dann – ein kleiner Lichtfunke.

Er flackerte in meiner Hand, kaum größer als ein Glühwürmchen. Ich versuchte es noch einmal. Diesmal wurde es ein Lichtball, warm und sanft leuchtend.

Lisa starrte ihn an.

„Das sieht fast aus wie ein Will-o‘-the-Wisp aus den Legenden.“

Ich grinste und ließ ihn über meine Handflächen tanzen.

2. Licht als Heilung

Ich hatte mir bei einem früheren Test die Hand aufgeritzt, nur eine kleine Wunde. Nichts Ernstes.

Doch als ich die wunde Stelle betrachtete und das Licht rief, geschah es einfach.

Das Leuchten sammelte sich in meiner Hand, floss in meine Haut. Es prickelte angenehm – und als das Licht verging, war die Wunde verschwunden.

Marie stieß einen überraschten Laut aus.

„Heilung? Ist das wirklich Lichtmagie oder eher… göttliche Kraft?“

Ich wusste es nicht. Aber es fühlte sich… richtig an.

3. Licht als Form

Ich wurde mutiger. Ich wollte wissen, ob ich Licht in eine feste Form bringen konnte. Also begann ich, Muster in der Luft zu erschaffen – erst Kreise, dann Linien, dann ganze Symbole, die sich auflösten, wenn ich meine Konzentration verlor.

Lisa versuchte, eine meiner Lichtfiguren zu berühren. Ihre Finger glitten hindurch, als wäre es nur eine Illusion.

„Aber du kannst sie sehen, oder?“ fragte ich.

Sie nickte langsam.

Ich versuchte es noch einmal. Diesmal mit mehr Kraft. Ich wollte eine feste Form erschaffen. Etwas Echtes.

Und dann… geschah es.

4. Die Geburt eines Engels

Es begann mit einer Silhouette.

Das Licht sammelte sich, wurde dichter. Erst nur eine vage Form, dann schärfer. Die Umrisse eines Körpers, dann ein Gesicht. Flügel.

Und dann stand sie da.

Eine Frau. Perfekt, wunderschön, beinahe überirdisch. Ihre Haut leuchtete sanft, ihre Augen waren von einem reinen Gold. Ihr Haar fiel in Wellen über ihre Schultern, und ihre Flügel – sie waren nicht nur Licht, sondern fast greifbar, als bestünden sie aus strahlender Energie.

Ich war sprachlos.

Marie und Lisa ebenso.

Ellie? Sie lächelte nur leicht.

„Interessant,“ sagte sie leise.

Die Frau – der Engel – sah mich an. Ihr Blick war ruhig, wissend, voller Güte.

„Wer… bist du?“ flüsterte ich.

Sie legte eine Hand auf ihre Brust, neigte sanft den Kopf.

„Ich bin ein Teil von dir,“ sagte sie. „Ich bin Licht. Ich bin das, was du erschaffen hast.“

Ich wusste nicht, ob sie ein Diener war. Eine Gefährtin. Eine Freundin?

Doch ich wusste eins:

Sie war real.

Und sie gehörte zu mir.

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