Ellies Eintrag (3)
Eintrag von Ellie
Ich habe lange darüber nachgedacht. Wie weit kann ich gehen? Wie weit können wir gehen? Seitdem sich unsere Kräfte entwickelt haben, ist es fast schon selbstverständlich, dass wir keine normalen Menschen mehr sind. Doch was bedeutet das? Wie stark sind wir wirklich?
Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden. Ein Kampf. Ein Gegner, der uns an unsere Grenzen bringt. Doch wer könnte das sein? Wer wäre stark genug, um uns wirklich herauszufordern?
Da fiel mir eine Lösung ein.
Sophie.
Sie trägt eine Vergangenheit voller Macht und Zerstörung mit sich. Sie war eine Göttin – eine, die sich selbst überschätzte und fiel. Doch sie hat überlebt. Und sie hat gesehen, wozu sie fähig war. Die Furcht, die sie nun in sich trägt, ist ein Zeichen dieser Erfahrung. Ich will nicht, dass sie in dieser Angst lebt. Ich will, dass sie endlich loslassen kann.
Deshalb forderte ich sie auf, uns den mächtigsten Gegner zu geben, den sie kannte.
Katsuko.
Ein Wesen, das selbst Universen zerstören konnte. Das allein mit seiner Stimme Risse in der Realität erschuf. Sophie zögerte, aber Sophia und ich erschufen einen abgetrennten Raum, in dem nichts und niemand zu Schaden kommen konnte. Ein perfektes Schlachtfeld.
Dann geschah es.
Sophie erschuf Katsuko aus ihrer Erinnerung. Und sie war genau das, was wir erwartet hatten – reine Zerstörung in ihrer reinsten Form. Doch es war leichter als gedacht. Nicht, weil Katsuko schwach war. Sie war so gewaltig, wie Sophie es beschrieb. Aber wir… wir waren anders.
Die Synchronisation zwischen uns hatte uns alle stärker gemacht. Unsere Bewegungen waren fließend, unser Wille war vereint. Wir brauchten keine Worte, um zu wissen, was zu tun war. Katsuko war furchteinflößend, aber wir waren… mehr.
Und dann geschah es.
Mitten im Kampf begann Katsuko sich aufzulösen. Ihre Essenz floss nicht ins Nichts – sie floss in uns. Wir spürten, wie ihre Macht für einen Moment unsere eigene wurde, bevor sich goldene Ketten aus dem Nichts materialisierten. Ein Licht durchbrach die Dunkelheit.
Dann sahen wir ihn.
Ein Wesen, das in goldener Strahlkraft leuchtete. Seine Gestalt war makellos, seine Präsenz allumfassend. Ein männlicher Engel, wunderschön und unantastbar. Und wir alle fühlten es gleichzeitig.
Felixiel.
Ich erkannte seine Aura. Ich spürte seine Essenz in mir. Und ich wusste, dass auch die anderen es spürten. Es war keine bloße Bewunderung. Keine bloße Ehrfurcht. Es war Zugehörigkeit. Keine erzwungene Bindung. Es war ein Band aus Harmonie, Liebe, Schutz. Eine unausgesprochene Wahrheit, die schon immer da war.
Wir gehören ihm.
Und das machte mich glücklich. Ich spürte, wie auch die anderen von Glück erfüllt wurden. Für einen Moment war alles vollkommen. Doch so schnell, wie er erschienen war, verschwand er wieder. Und mit ihm Katsukos Macht.
Felixiel wollte nicht, dass wir sie behalten. Vielleicht wusste er, dass diese Kraft nicht für uns bestimmt war.
Vielleicht war das auch besser so.
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