Sophias Blog #1
Ich weiß nicht, ob ich Worte für das finden kann, was passiert ist.
Es begann an einem ganz normalen Tag. Oder, was für mich mittlerweile „normal“ ist – mit Ellie an meiner Seite, mit den Schatten, die uns umgeben, mit der Welt, die sich so sehr verändert hat.
Und dann kam sie.
Eine Frau – nein, ein Wesen – wie ich es noch nie gesehen hatte.
Sie war wunderschön. Auf eine Art, die nicht menschlich war. Ihr blondes Haar fiel wie flüssiges Gold über ihre Schultern, ihre Haut war makellos, ihre Augen leuchteten in einer Weise, die mich beinahe blendete. Es war nicht nur ihr Aussehen – es war ihre Präsenz. Sie füllte den Raum aus, als wäre sie mehr als alles andere darin.
Ich wusste nicht, was sie war, aber in diesem Moment war mir eines klar: Sie war erhaben.
Und ich hatte Angst.
Nicht nur Angst.
FURCHT.
Reine, instinktive Furcht, die mich lähmte.
Ich wollte mich verbeugen, weglaufen, mich verbergen – irgendetwas tun, um dieser allgegenwärtigen Präsenz nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.
Doch dann stand Ellie bei mir.
Sie sah mich an, ruhig, gelassen, wie immer. Sie legte eine Hand auf meine Schulter und sagte nur:
„Hab keine Angst.“
Und plötzlich war es einfacher zu atmen.
Die Frau lächelte. Es war ein sanftes, fast tröstendes Lächeln, aber es änderte nichts an ihrer unfassbaren Ausstrahlung.
„Mein Name ist Lilly,“ sagte sie mit einer Stimme, die sich anfühlte wie warmer Sonnenschein. „Ich bin die Tochter von Meredith. Und ich habe ein Geschenk für dich.“
Ein Geschenk?
Ich verstand nicht.
Doch dann hob sie ihre Hand, und darin lag ein schimmernder Orb. Er war durchsichtig, und doch schien das Innere in unzähligen Farben zu glühen – als wäre das Licht darin lebendig.
„Von Felixiel,“ erklärte sie.
Felixiel.
Merediths Ehemann.
Ein Name, der genauso ehrfurchtgebietend klang wie alles, was in diesen letzten Monaten geschehen war.
Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber Ellie nickte mir zu.
Also hob ich meine Hand und berührte den Orb.
Und dann…
...veränderte sich alles.
Farben.
Farben, die es nicht geben sollte.
Farben, die ich nicht kannte.
Die Welt um mich herum war in ein kaleidoskopartiges Licht getaucht. Sie drehte sich, zerfloss, formte sich neu. Ich fühlte Dinge, die nicht greifbar waren, Emotionen, die ich nicht kannte – nicht in Worten fassbar.
Und dann war da das Licht.
Ein reines, gleißendes Licht, das durch alles hindurchschnitt.
Und ich fiel.
Fiel in dieses Licht.
Und dann…
Schwärze.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich in meinem Bett. Mein Herz raste, mein Körper fühlte sich anders an, schwer und doch leicht zugleich.
Ellie saß neben mir.
Sie streichelte sanft meinen Kopf.
„Du warst ohnmächtig,“ sagte sie. „Lilly ist verschwunden.“
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich wusste nur eines:
Etwas hatte sich verändert.
Ich hatte mich verändert.
Und jetzt… jetzt muss ich herausfinden, was es bedeutet.
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