dreizehnter Blogeintrag

 Hey,

heute war ein langer, intensiver Tag, und ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll. Lisa kam am Morgen vorbei und hatte einen ganzen Plan, wie wir meine Kräfte testen könnten. Sie hatte alles genau durchdacht – Schritt für Schritt. Am Anfang klang es nach einer guten Idee, aber ich konnte spüren, dass etwas nicht stimmte. Lisa schien so eifrig, fast zu sehr. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir etwas verschwieg, aber sie ist meine beste Freundin... also habe ich mitgemacht.

Wir gingen an einen Ort, den sie gefunden hatte – irgendwo im Nirgendwo, weit weg von Menschen und neugierigen Blicken. Ein verlassener Fleck, umgeben von Bäumen und Feldern, still und unauffällig. Es fühlte sich fast surreal an, wie in einem Film.

Die ersten Tests waren einfach: Steine hochwerfen, immer schwerere, größere. Dann Bäume. Fliegen und rennen, schneller als je zuvor. Es war nichts, was ich nicht schon kannte, aber Lisa wollte es immer weiter treiben. Sie wollte wissen, wie hoch, wie schnell, wie stark.

Und dann wurde es seltsam.

Sie wollte, dass ich ein Feuer entfachte. Erst wollte ich ablehnen – das klang gefährlich –, aber Lisa überredete mich. „Wenn es zu gefährlich ist, dann machst du es einfach wieder aus“, sagte sie. Ich vertraute ihr, also tat ich es. Ein kleines Flämmchen erschien in meiner Handfläche, zitternd und schwach. Dann forderte sie mich auf, es heißer zu machen. Es war, als wollte sie sehen, wie weit ich gehen konnte.

Ich ließ die Flamme wachsen, spürte die Hitze durch meinen Körper fließen, aber es fühlte sich nicht richtig an. Trotzdem machte ich weiter, weil ich Lisa nicht enttäuschen wollte. Irgendwann war das Feuer so heiß, dass selbst die Luft um uns flimmerte. Dann sollte ich Kälte erzeugen, etwas, das kälter war als alles, was ich bisher gespürt hatte. Auch das tat ich. Eis wuchs aus meiner Hand, frostige Nebel wirbelten um uns herum.

Lisa war begeistert, aber ich begann mich unwohl zu fühlen. Warum war sie so fixiert darauf? Warum wollte sie, dass ich an meine Grenzen gehe?

Der Tag zog sich hin, und ich tat alles, was sie verlangte – immer weiter, immer stärker. Erst zum Abend hin, als ich erschöpft und voller Zweifel war, fiel mir etwas auf: Meine Fähigkeiten wurden immer mächtiger. Es war, als würde jeder Test mich noch stärker machen. Als ob ich durch die Grenzen, die ich überschritt, wuchs.

Aber da war noch etwas. Mit Lisa stimmte etwas nicht. Ich weiß nicht, was es ist, aber ihre Begeisterung hatte eine seltsame, fast fordernde Energie. Es fühlte sich nicht mehr nach Spaß oder Neugierde an, sondern nach... etwas anderem. Ich kann es nicht erklären, aber ich werde es herausfinden.

Ich werde vorsichtiger sein müssen, selbst bei Lisa. Ich will ihr vertrauen, aber etwas sagt mir, dass ich aufpassen muss.

Bis bald,
Marie 🌟

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