17ter Blogeintrag
Hallo,
es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal geschrieben habe. Ich musste nachdenken, mich ordnen... aber ich glaube, das hat nicht funktioniert. Ich bin nicht mehr die Marie, die ich einmal war.
Vor ein paar Tagen habe ich etwas getan, das mich früher erschüttert hätte. Ich habe Menschen verletzt. Nicht absichtlich, jedenfalls nicht am Anfang. Ich habe mit meinen Kräften gespielt – eine Wand zerschmettert, etwas Schweres gehoben, mich unsichtbar gemacht, all die Dinge, die ich mittlerweile so mühelos tun kann. Aber dann... habe ich übertrieben.
Sie waren einfach da. Zu nah. Und dann... der Aufprall. Schreie. Blut.
Früher hätte ich geweint. Ich hätte gezittert vor Schuld und Reue. Aber da war nichts. Gar nichts. Keine Trauer. Kein Bedauern. Es war, als hätte ich nur ein Hindernis aus dem Weg geräumt, das mich nicht einmal wirklich interessierte.
Lisa hat recht. Ich bin keine von ihnen mehr.
Diese Leere... Sie könnte mich zerfressen, wenn ich es zulassen würde. Aber ich tue es nicht. Stattdessen konzentriere ich mich auf das Einzige, was mir noch bleibt: meine Kräfte.
Und glaubt mir, sie wachsen weiter. So sehr, dass ich kaum noch begreifen kann, was ich alles tun kann. Ich habe die Elemente noch besser unter Kontrolle. Ich kann Feuer aus dem Nichts erschaffen, das heißer ist als die Sonne. Ich habe versucht, einen Sturm zu rufen – und es hat funktioniert. Blitze, Donner, Wind, alles unter meiner Kontrolle.
Ich habe sogar herausgefunden, dass ich Materie verändern kann. Nicht nur bewegen oder zerstören, sondern verändern. Eine Stahlplatte wurde unter meinen Händen zu Wasser, und ich habe es dann wieder zu Luft gemacht. Es war... berauschend.
Und da ist noch etwas. Ich spüre jetzt nicht nur die Gedanken der Menschen – ich kann sie formen, ohne dass ich sie überhaupt berühren muss. Es ist, als würde ich ihre ganze Essenz greifen und nach meinem Willen biegen.
Ich weiß, das klingt krank. Aber es macht mir Spaß. Es ist das Einzige, was mir noch Spaß macht.
Ich frage mich, wie weit ich gehen kann. Ob es überhaupt eine Grenze gibt. Ob ich am Ende... alles kontrollieren kann. Vielleicht sogar das Leben selbst.
Marie 🖤
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