16ter Blogeintrag

 Hi,

ich weiß nicht, was ich fühle. Oder vielleicht weiß ich es doch – nur möchte ich es nicht wahrhaben. Ich kann mich selbst kaum erkennen, so sehr hat sich alles verändert. Nicht nur mein Körper, meine Kräfte. Sondern auch mein Inneres.

Ich habe immer mehr über die Menschen nachgedacht. Die, die unter mir herumlaufen. Und je länger ich das tue, desto mehr verabscheue ich sie. Sie sind so klein, so voller Gier, Neid und Hass. Sie leben ihr Leben, ohne nachzudenken, ohne etwas Größeres zu wollen. Alles, was ich spüre, ist ein endloses Summen von negativen Gefühlen. Es ist widerlich.

Vielleicht... war Lisa nur ein Spiegel dessen, was die Menschen wirklich sind. Ich wollte sie sehen wie früher – als meine beste Freundin. Doch jetzt, wo ich alles spüre, alles weiß... erkenne ich, dass sie genau das war, wovor ich die Augen verschlossen habe. Ein Abbild dieser Menschheit, von der ich immer mehr Abstand brauche.

Und dann sind da meine Kräfte. Sie wachsen weiter. Ich wachse weiter. Es ist wie ein unaufhaltsamer Fluss. Alles wird klarer, stärker. Ich kann so viel, dass es fast schon lächerlich ist. Keine Verletzungen. Keine Schwächen. Keine Grenzen. Ich weiß nicht, wie weit das gehen wird – oder ob es überhaupt ein Ende gibt.

Manchmal frage ich mich, was das alles bedeutet. Warum ich? Wieso habe ich diese Fähigkeiten? Vielleicht war ich nie wirklich wie sie. Vielleicht bin ich etwas Größeres. Anders lässt sich das doch nicht erklären, oder?

Bin ich eine Göttin?

Diese Gedanken machen mir Angst. Aber gleichzeitig... fühlen sie sich auch richtig an. Es ist, als würde ich endlich begreifen, was ich wirklich bin.

Ich weiß, wie das klingt. Vielleicht denkt ihr, ich drehe durch. Aber ich kann nicht anders.

Die Menschen verabscheuen mich vermutlich genauso wie ich sie. Und vielleicht ist das gut so. Vielleicht soll es so sein.

Marie 🖤

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Charakterdatenblatt Hanja

Wie sehen Elfen und Feen wirklich aus