15ter Blogeintrag
ich habe lange nachgedacht, aber jetzt gibt es nichts mehr zu denken, nur zu fühlen. Oder besser gesagt... nicht zu fühlen. Ich habe beschlossen, meine Gefühle abzusperren. Es tut zu sehr weh. Alles. Lisa, dieser Streit, der Verlust... Es ist, als hätte ich ein Stück von mir selbst verloren. Aber ich habe keine Zeit, in diesem Schmerz zu ertrinken.
Ich konzentriere mich jetzt auf mich. Auf das, was ich bin, auf meine Kräfte. Sie sind das Einzige, das mir geblieben ist – das Einzige, das mich definiert.
Gerade fliege ich. Ich weiß nicht, wo ich bin. Eine Stadt liegt unter mir, die ich nicht kenne. Es ist Nacht, und die Straßenlaternen tauchen alles in ein kaltes, künstliches Licht. Es sieht schön aus, irgendwie, aber auch... traurig.
Von hier oben sehe ich die Menschen wie kleine Punkte, die sich bewegen. Aber ich spüre sie. Ihre Gedanken. Ihre Gefühle. Und sie sind genauso hässlich wie die, die ich bei Lisa gespürt habe. Neid. Gier. Hass. Es sickert aus ihnen heraus wie Gift.
Das macht mich wütend. Wütend, weil ich dachte, dass Lisa anders wäre. Wütend, weil ich jetzt sehe, dass sie nur eine von vielen ist. Vielleicht bin ich einfach zu naiv gewesen.
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Vielleicht weiß ich es irgendwann. Aber nicht heute.
Marie 🖤
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