Das Fremde (1)
Als die Welt von Krieg erschüttert wurde, erschufen die Wissenschaftler neue Waffen und auch...
Auf einer einsamen Insel, unter der Erde, befand sich ein Labor, die an neuen unbekannten Waffen forschten.
Das neueste Experiment war ein lebendes Organismus.
Es hatte die Form eines Eies.
Es war härter und Widerstandsfähiger als alles was sie kannten.
Absolut nichts konnte es durchdringen oder beschädigen, egal was sie versuchten.
Für die Leute dort war es klar, es war das Ultimative Material. Sie mussten es nur nutzen, nur wie?
Tief im Inneren des Eies war eine Existenz. Allein, im Dunkeln.
Doch das stimmte nicht ganz. Das Wesen spürte die ganze Zeit dass jemand bei ihr war, jemand freundliches.
Auch wenn sie den Begriff nicht genau kannte, spürte sie dass dieser Begriff zu diesem anderen Wesen passte.
Allein durch die Existenz des fremden Wesens, lernte sie alles was sie brauchte.
Sie lernte was Liebe ist, was Leid und Hass ist, auch Grundverständnissachen. Was zum Beispiel ein Mobiltelefon ist und wie man es nutzt.
Irgendwie war es wie ein Lehrer. Oder vielleicht wie ein Vater?
Sie spürte Freundlichkeit und Liebe von diesem Wesen ausgehen. Aber auch Schmerz und Selbstzweifel.
Sie hatte Angst dass sie ihn verachten würde. Das wollte sie nicht.
Sie redete sich ein, selbst wenn er schwach wäre, würde sie ihm ewig dankbar sein und lieb haben.
Denn sie kannte den Unterschied zwischen Lieben und lieb haben.
So verging die Zeit. Wie viel, konnte sie nicht sagen, da sie kein Zeitempfinden hatte.
Kein Tag und Nachtwechsel. Kein Hell und Dunkel. Aber irgendwie war es, immer wenn er da war, heller. Auch in ihr war es Heller und Freundlicher. Und wenn er weg war, war alles dunkler und trauriger. Sie fühlte sich allein.
Eines Moments kam es wieder und sprach zum ersten mal zu ihr: "Es ist Zeit für dich aufzuwachen." Und nach diesen Worten verschwand es wieder. Darauf hörte sie ein knacken. Licht drang zu ihr.
Ein lautes Krachen ertönte den Raum.
Das Ei brach auf. Alle waren in Aufregung. Endlich würde etwas passieren.
Alle starrten gebannt auf die Szenerie.
Aus dem aufgebrochenen Ei erhob sich eine Nackte junge wunderschöne weißhaarige Frau mit Feuerroten Augen. Sie war schlank vom Körperbau her. Jedoch nicht zierlich, sondern eher durchtrainiert. Ihr Gesicht war schöner als das der meisten anderen Menschen.
Verunsichert sah sie sich um. Wer waren diese Menschen? Und wo war sie? Vor allem, wo war er? Wo war ihr Vater, ihr Lehrer?
Sie blickte instinktiv in die Gedanken dieser Leute, ob sie was über ihn herausfinden könnte. Doch niemand hatte nützliche Informationen. Niemand kannte ihn.
Wut überkam sie. Wut darauf ihn verloren zu haben. Wut auf sich selbst, dass sie ihn nicht finden konnte.
Diese lauten Menschen waren Nutzlos und im Weg. Sie mussten weg. Sie selbst wollte weg.
Alle Forscher die im Raum standen fassten sich an den Kopf und fingen an zu schreien.
Panik brach bei den anderen aus. Roter Alarm wurde gegeben.
Die Körper der Weiß bekittelten Männer und Frauen schmolzen einfach, als wären sie kein festes Material, sondern nur noch Gelb Rot dickflüssige Brühe.
Achtlos ging sie auf den Ausgang zu. Sie sah wie die anderen wegliefen. Das war ihr nur recht. Sollten sie laufen. Weg von ihr. Denn sie wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Sie wollte ihn finden und bei ihm sein. Alles für ihn tun. Egal was er wollte. Das war für sie so wichtig wie für diese Menschen atmen wichtig war. Sie wüsste, wenn sie sich ihm widersetzte würde sie aufhören zu existieren und sie wollte existieren.
Sie durchschritt die Gänge und suchte den Ausgang. Und sie wurde wieder wütend, weil sie ihn nicht fand.
Doch bekam sie eine Idee, als sie ein Geräusch hörte. Jemand versteckte sich vor ihr. Als würde das was bringen. Von einer Sekunde zur anderen stand sie selbst vor diesem Menschen.
Es war eine Frau. "Wer... woher kommst du denn? Wie bist du hier rein gekommen?"
Sie verstand die Wörter, die dieses Individuum sagte. Ein kurzer Blick auf ihre Gedanken wusste sie sofort alles. Doch sie würde sie nicht aus dem Weg räumen. Diese junge Forscherin könnte noch wichtig sein.
"Du bist das Subjekt, oder?"
"Ja, Maria."
"Woher kennst du meinen Namen?"
"Aus deinen Kopf."
"Du kannst Gedanken lesen?"
Sie nickte.
"Oh... Und was... was willst du von mir?"
"Führ mich raus."
"Das kann ich nicht."
"Du willst es." Gleichzeitig als sie es sagte, versprühte sie einen Lockstoff der alle die es Rochen in ihren Bann zog. Außerdem veränderte sie die Gefühle und Gedanken von Maria, damit sie alles für sie tun würde. Sowie sie selbst alles für ihn tun wird, wenn sie ihn wieder trifft.
"Ja... du hast recht. Komm. folge mir."
Die nackte Schönheit folgte der Wissenschaftlerin bis zum Ausgang.
Draußen war alles abgesperrt. Sie spürte es. Viele Menschen, bewaffnet. Feindselig.
Es wäre so einfach alles gleichzeitig zu töten. Doch sie wusste, tief in sich. Leben war wichtig. Das wusste sie von ihm. Sie hatte schonmal getötet, allein durch ihre Wut und Ungeduld. Das durfte nicht nochmal passieren. Sie musste einen anderen Weg finden.
So machte sie sich unsichtbar und schwebte hinter Maria hinaus.
Als Maria rausstolperte und von den Wachen in Empfang genommen wurde, ließ sie diese Frau frei und flog unsichtbar in den Himmel.
Endlich war sie frei.
Sie überflog den ganzen Planeten, sie suchte alles ab. Jeden Zentimeter. Doch sie fand ihn nicht.
Frustriert gerieten ihre Kräfte wieder aus den Fugen. Unter ihr fing die Erde an zu beben. Sie wollte hier nicht sein, sie wollte weg. Dorthin wo er war. Sie musste... sie musste diesen Ort vernichten. Der Ort ohne ihn.
"Halt" hörte sie eine ihr vertraute Stimme.
Er war es. Er war es. Er ist wieder da.
"Vater? Meister?"
"Ich habe dich auf diesen Planeten gesetzt, weil ich möchte dass du ein Leben nach deinen Wünschen führen sollst. Du sollst Freude finden, Glücklich werden."
"Aber wo bist du?"
"Ich werde immer wieder über dich wachen. Ab und zu sehe ich zu dir und sehe was du tust und werde dir, wenn nötig zur Seite stehen. Doch möchte ich dass du auch ohne mich lebst."
"Ich werde alles für dich tun. Für immer."
"Das weiß ich. Denn das ist für dich so wichtig wie Atmen für die Menschen."
"Ja.... Vater?"
Doch sie erhielt keine Antwort.
"Vater... ... Ich werde das tun was du wolltest. Leben mit Freunden und mit Freude."
So flog sie in den Himmel...
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